Local-SEO für Apotheken: Von der Analog-Apotheke zur Online-Offizin

Die Digitalisierung der Apothekenlandschaft bewegt den Markt und die Gemüter – und viele stationäre Apotheker stehen in den Startlöchern, dem veränderten Informationsverhalten ihrer (potenziellen) Kunden Rechnung zu tragen. Fakt ist: Apothekenkunden suchen im Internet nicht nur gezielt nach Gesundheitsthemen, sondern auch konkret nach Apotheken. Pro Jahr verzeichnet die marktführende Suchmaschine Google rund 37 Millionen Suchanfragen zu apothekenrelevanten Themen. Gerade im mittlerweile wichtigsten Bereich, bei den mobilen Suchanfragen, wollen die Nutzer in erster Linie wissen, wo die nächste Apotheke ist und ob sie geöffnet hat. Deshalb sollte jede Apotheke dafür sorgen, dass sie online auch wirklich gefunden wird.

Die Apotheke als digitale Plattform

Für die erfolgreiche Positionierung Ihrer Apotheke im Blickfeld der Internetnutzer gilt es, mehrere Hebel gleichzeitig in Bewegung zu setzen. Zu den zentralen Werkzeugen gehören

  • Maßnahmen der lokalen Suchmaschinenoptimierung (Local SEO),
  • die Erstellung einer individuellen Webseite für Ihre Apotheke sowie
  • die Einrichtung und Betreuung weiterer Kommunikationskanäle (z.B. Facebook).

Zugegeben: Mit einem dürftig dazwischengeschobenen halben Stündchen pro Jahr wird Ihre Apotheke in Sachen Online-Sichtbarkeit und Kundengewinnung keine großen Sprünge machen. Doch die Mühe lohnt sich. Mit dem richtigen Konzept werden sich die einzelnen Hebel gegenseitig in ihrer Wirkung verstärken. Das übergeordnete Ziel sämtlicher Online-Maßnahmen besteht letztlich darin, ein digitales Ökosystem zu entwickeln, das die bereits vorhandenen individuellen Stärken Ihrer Apotheke auch im Netz präsentiert und auffindbar macht.

Die aus Kundenperspektive häufigsten Argumente für die Apotheke vor Ort und gegen die Bestellung bei Online-Versandapotheken sind die beiden großen Stützpfeiler der lokalen Dienstleistung: Nähe und Beratung. Während Käufer, die vorwiegend oder ausschließlich Onlinebestellungen durchführen, den Preis als Hauptgrund ins Feld führen, schätzen Kunden, die vor Ort einkaufen, in erster Linie die kompetente Beratung. Da sich die beiden Zielgruppen in ihren Interessen unterscheiden, haben manche Apotheker die zentrale Gemeinsamkeit noch nicht erkannt: Beide Gruppen sind mittlerweile online unterwegs und suchen nach nahe gelegenem und fachkundigem Service.

Die stationäre Apotheke hat in puncto Beratung, Verfügbarkeit und Service ihre unschlagbaren Vorteile gegenüber der Versandapotheke – und diese gilt es schlichtweg online zu präsentieren und somit ins Blickfeld potenzieller Kunden zu rücken. Mit der richtigen Vorbereitung, handwerklich sauberer Grundlagenarbeit und dem Fokus auf Ihre individuellen Stärken lässt sich Ihre stationäre Apotheke zum natürlichen Bestandteil digitaler Wertschöpfung machen.

Basis, Zentrum und Überbau Ihres maßgeschneiderten Online-Auftritts

Das notwendige Basisprogramm, um die Sichtbarkeit Ihrer Apotheke im Netz zu erhöhen, können Sie selbstständig und ohne großen Zeitaufwand umsetzen. Es handelt sich dabei um Grundlagen der lokalen Suchmaschinenoptimierung, um im Internet leichter gefunden zu werden. So sollten Sie beispielsweise klar ausweisen, ob Ihre Apotheke geöffnet hat und ob Sie am Wochenende Notdienst haben. Außerdem sollte sich jeder Apotheker bei Google My Business eintragen. Dieses Verzeichnis ist vergleichbar mit Branchenbüchern wie den Gelben Seiten und bildet die Grundlage für eine Vielzahl an sichtbarkeitssteigernden Maßnahmen.

Für die anschließende Erweiterung Ihrer Gesundheitsplattform zum digitalen Ökosystem werden Sie zugegebenermaßen einen konkreten Ablauf entwickeln und die einigermaßen kontinuierliche Betreuung Ihrer Online-Aktivitäten einplanen müssen – oder sich dafür professionelle Unterstützung holen. In diesem Schritt können Sie sich mit dem Herzstück Ihrer Online-Präsentation, mit Ihrer Internetseite, auf erfolgreiche Weise mit Spezialgebieten und besonderen Dienstleistungen gegenüber der Konkurrenz positionieren. Durch Spezialisierung und Differenzierung werden Sie im Netz deutlich leichter gefunden.

Erstellen Sie hierfür ein Konzept mit Ihren Differenzierungsmerkmalen. Die Leitfragen können dabei lauten:

  • Worin sind wir besonders gut?
  • Auf welchen Gebieten haben wir die meiste Fachkompetenz?
  • Welche besonderen Services oder Dienstleistungen bieten wir unseren Kunden an?

Anhand dieser Impulse können Sie zügig ein differenziertes Schlagwort-Profil Ihres Unternehmens erstellen und dieses als Vorarbeit für die weiteren Schritte nutzen.

Zur Komplettierung Ihres Apothekenprofils sollten Sie als nächsten großen Baustein auf die digitale Kommunikation mit Ihren Kunden setzen. Erstellen und pflegen Sie beispielsweise ein Facebook-Profil, machen Sie sich Gedanken über die Art und Weise, wie Ihre Kunden mit Ihnen in Kontakt treten können, und gehen Sie aktiv mit Kundenbewertungen und digitalem Feedback um.

Das Wichtigste dabei: Lassen Sie sich nicht abschrecken. Selbst wenn die Optimierung Ihrer Online-Aktivitäten auf den ersten Blick wie eine Sisyphusarbeit anmuten mag – mit den nachstehenden Hinweisen können Sie Ihren Weg ins digitale Zeitalter optimal strukturieren und die Aufgaben priorisieren.

Die Bausteine auf einen Blick:

  • Basis: Grundlegende lokale Suchmaschinenoptimierung
  • Zentrum: Optimierung der eigenen Webseite
  • Überbau: Pflege von Kommunikationskanälen (z.B. Social Media,
    WhatsApp etc.), Feedback und Community

Basis: Local SEO – in 4 Schritten zu mehr Sichtbarkeit



  • Schritt 1: Vereinheitlichung Ihrer Unternehmensdaten
  • Schritt 2: Google My Business – Eintrag anlegen
  • Schritt 3: Google My Business – Eintrag optimieren
  • Schritt 4: Einträge in ausgewählte Branchenverzeichnisse

Schritt 1: Vorbereitung der NAP-Daten

Hinter der Abkürzung NAP verbergen sich die englischen Begriffe „name“, „adress“ und „phone number“ – diese Unternehmensdaten sollten Sie dringend vereinheitlichen und auf allen Kanälen exakt identisch wiedergeben: bei Google My Business, in den Branchenverzeichnissen und auf Ihrer Apothekenwebseite. Dies erleichtert den Suchmaschinen die eindeutige Zuordnung der verschiedenen Kommunikationsplattformen Ihrer Apotheke.

  • Name: Benutzen Sie überall denselben Namen für Ihre Apotheke – sowohl formal als auch inhaltlich: „Kreuzapotheke St. Johannis“ ≠ „Apotheke Kreuz St. Johannis“ ≠ „Kreuz-Apotheke Sankt Johannis“
  • Adresse: Hier ist vor allem bei der Bezeichnung der Straße darauf zu achten, dass Sie sich konsequent entweder für das ausgeschriebene „Straße“ oder die Abkürzung „Str.“ entscheiden
  • Telefonnummer: Verwenden Sie – gerade bei der Darstellung der Vorwahl – dasselbe Format, möglich ist z.B. „0123 1234567“

Die Einheitlichkeit Ihrer NAP-Daten betrifft auch das Impressum Ihrer Webseite.

Schritt 2: Eintrag auf Google My Business anlegen

Die wichtigsten Informationen zu Ihrer Apotheke erscheinen durch einen Eintrag auf Google My Business kostenfrei in Google Maps und weiteren relevanten Google-Diensten. So erhöhen Sie nicht nur die Wahrscheinlichkeit, im Netz gefunden zu werden – Sie erleichtern Ihren potenziellen Kunden überdies die Kontaktaufnahme und die Navigation zu Ihrer Apotheke.

Zum Erstellen Ihres Eintrags besuchen Sie www.google.de/intl/de/business/, melden sich mit Ihrem Google-Konto an, klicken auf „Unternehmen hinzufügen“ und geben anschließend Ihre Unternehmensdaten wie folgt ein:



Schritt 3: Google My Business – Profil optimieren

Nachdem Sie Ihren Eintrag angelegt haben, fügen Sie zusätzliche Informationen und Kontaktmöglichkeiten hinzu.

  • Ergänzen Sie E-Mail-Adresse und die URL Ihrer Webseite.
  • Tragen Sie Ihre Öffnungszeiten ein – unter „Spezielle Öffnungszeiten“ können Sie Sonderöffnungszeiten für ein spezifisches Datum hinterlegen.
  • Sie können außerdem das Logo Ihrer Apotheke sowie hochwertige Fotos Ihrer Räumlichkeiten und Mitarbeiter hochladen.
  • Besondere Bedeutung kommt der Beschreibung Ihrer Apotheke zu. Verfassen Sie hierzu ein möglichst individuelles Kurzporträt und vergessen Sie regionale Bezüge sowie Ihren Standort nicht (z.B. „Ihre Beispielapotheke im Herzen von Beispielstadt)

Schritt 4: Einträge in handverlesenen Branchenverzeichnissen

Der Eintrag Ihrer stationären Apotheke in ausgewählten Branchenverzeichnissen erhöht die Sichtbarkeit im Netz und wird von den Suchmaschinen als positives Signal gewertet. Besonders Ihre Webseite profitiert durch die Verweise von den Verzeichnissen zu Ihrem Internetauftritt.

Bei der Entscheidung für Einträge in der Vielzahl an überregionalen, regionalen und branchenspezifischen Verzeichnissen gilt jedoch klar: Qualität statt Quantität. Setzen Sie lieber auf eine handverlesene Zahl an Einträgen in namhaften Portalen als auf eine unstrukturierte, wilde Platzierung Ihrer Apotheke in beliebigen Verzeichnissen. Eintragungen auf Plattformen, die von den Suchmaschinen als unseriös eingestuft werden, können letztlich auch für die Bewertung Ihrer Online-Präsenz negative Konsequenzen haben.

Zentrum: Ihre individuelle Webseite

Selbstverständlich müssen Unternehmensdaten und Öffnungszeiten auf Ihrer Webseite leicht auffindbar, gemäß Ihrer festgelegten NAP-Struktur einheitlich sein und stets aktuell gehalten werden. Beachten Sie außerdem: Durch individuellen Content, der Ihre Stärken und Differenzierungsmerkmale hervorhebt, erhöhen Sie massiv die Wahrscheinlichkeit, im Netz gefunden zu werden.

Bei der Erstellung und Umsetzung kundenrelevanten Contents können Sie entweder selbst ran oder Sie holen sich professionelle Unterstützung ins Haus. Im ersten Schritt erstellen Sie selbständig oder in Zusammenarbeit mit uns eine Liste mit Themenschwerpunkten. Bei der Auswahl dieser Schwerpunkte geht es in erster Linie darum, sich bestmöglich in die Nutzer hineinzuversetzen. Es ist immens wichtig, sich zu fragen, wie und wonach potenzielle Kunden online suchen: Von „Apotheke Stadt X“ bis hin zu „Wo Arzneimittel X kaufen“ existiert eine große Bandbreite an Schlagwörtern, auf die Sie sich spezialisieren und passende Inhalte anbieten können. Gemeinsam mit Ihnen versuchen wir vornehmlich, Ihre individuellen Stärken und Ihr ohnehin vorhandenes Know-how zu präsentieren.

  • Bieten Sie spezielle Dienstleistung wie Medikamentenlieferung, Impfberatung oder hauseigene Tinkturen an?
  • Verleihen Sie medizintechnische Geräte oder haben Sie einen Fokus auf homöopathische Arzneimittel?
  • Organisieren Sie regelmäßige Informationsabende?
  • Haben Sie Personal, das sich durch spezielle Fortbildungen oder Schulungen weiterqualifiziert hat?

Wenn Sie eine oder mehrere Fragen mit „Ja“ beantworten konnten, dann lassen Sie die Netzgemeinde dies wissen. Auch beratende Inhalte zu einzelnen Krankheiten, deren Vermeidung und Behandlung bieten sich thematisch an.

Nachdem wir/Sie Ihre Themen und Spezialisierungen ermittelt haben, ist es wichtig, sich pro zu behandelndem Text auf eine feste Formulierung Ihres jeweiligen Schwerpunktes festzulegen. Ziel dieses Vorgehens ist es, bestmöglich diejenigen Suchbegriffe (Keywords) zu bedienen, die die Nutzer bei der Suche nach dieser Dienstleistung in Ihrer Stadt verwenden würden. Stellen Sie sich hierfür beispielsweise selbst die Frage: Wie würden Sie nach einer lokalen Apotheke suchen, die Sie in Sachen Kosmetik gut beraten kann? Wahrscheinlich in Richtung „Apotheke Beispielstadt Kosmetikberatung“.

Im Idealfall bieten Sie auf Ihrer Webseite jeweils eigenständige Unterseiten zu den einzelnen Services Ihrer Apotheke an. Dabei sollte das definierte Keyword, in obigem Fall „Apotheke Beispielstadt Kosmetikberatung“ an den für Suchmaschinen neuralgischen Punkten Ihrer Seite auftauchen. Dahingehend passen wir gerne Title, Description und die Hauptüberschrift sowie eine der untergeordneten Überschriften (sofern vorhanden) und natürlich den Fließtext entsprechend an. Auf diese Weise stellen wir nicht nur sicher, dass relevante Keywords optimal platziert sind, sondern vermeiden gleichzeitig, eine Überoptimierung des Textes, der sich ausschließlich an Suchmaschinen orientiert. Das Ziel ist es weiterhin, flüssig lesbaren Content zu produzieren.

Überbau: Kommunikation und Community

Zwar sind soziale Netzwerke nicht der erste Weg, den die Nutzer einschlagen, um eine Apotheke zu finden. Für Apotheken ist ein Facebook-Auftritt dennoch ein gutes Werkzeug, um sich nicht nur von Wettbewerbern abzuheben, sondern auch, um mit ihrer Stammkundschaft in Kontakt zu bleiben. Für die kontinuierliche Betreuung Ihrer Facebook-Seite sollten Sie in der Apotheke einen Verantwortlichen bestimmen oder eine externe Agentur beauftragen. Um die Arbeit zu strukturieren, ist ein kleiner Social-Media-Redaktionsplan sinnvoll, der bereits fixe Themen und deren geplantes Veröffentlichungsdatum festhält.

Eine Liste mit Ideen und Themenvorschlägen können wir Ihnen zukommen lassen und gemeinsam entscheiden, was relevant ist. Im Anschluss daran können wir auch für Sie einen individuellen Redaktionsplan erarbeiten.

Folgende Themen könnten für Ihren Facebook-Kanal interessant sein:

  • Aktuelle Angebote und Aktionen in und um Ihre Apotheke, Vortragsreihen, Veranstaltungstipps und Neuigkeiten.
  • Saisonale/wiederkehrende Themen, mit denen Sie Ihren Jahresplan bestücken können, z.B. Pollenfluginformationen im Frühling, Tipps gegen Sodbrennen zu Weihnachten, das Immunsystem fit für den Winter machen, usw.
  • Abgeleitete Themen aus dem täglichen Umgang mit den Kunden. Stellen Kunden zu einem bestimmten Produkt immer dieselben Fragen? Dann lohnt sich vielleicht ein kleiner erklärender Text zum Produkt.

Egal wofür Sie sich entscheiden, die Devise lautet: Ausprobieren! Gerade bei der Kommunikation in sozialen Netzwerken können wir im Nachgang bestens nachvollziehen, welche Beiträge gut angekommen sind, zu welcher Uhrzeit und von wem sie gelesen wurden – auf Basis dieser Erkenntnisse können wir kontinuierlich Ihren Redaktionsplan anpassen.

Wichtig ist dabei auch, dass auf das Feedback der Kunden – auch auf negative Bewertungen – reagiert und auf die Kritik eingegangen wird.

Operieren Sie mit den Bewertungssystemen: Sie können beispielsweise Ihre Stammkundschaft aktiv animieren, eine positive Bewertung abzugeben, wenn möglich auch direkt in der Apotheke an einem eigens dafür zur Verfügung gestellten Smartphone, PC oder Tablet.

Klare Botschaft: „Loslegen!“

Zögern Sie nicht länger mit der Umsetzung und Optimierung Ihres digitalen Ökosystems und beginnen Sie besser sofort mit der nachhaltigen Erschließung Ihrer künftigen Stammkundschaft. Sobald Ihre Kanäle stehen, eingerichtet sind und bespielt werden, können Sie datengestützt weiterarbeiten – sie werden durch Kundenfeedback, Klickzahlen und Seitenaufrufe Erkenntnisse gewinnen, die Sie in Ihre Digitalstrategie integrieren können. Kontinuierliches messen, analysieren und optimieren wird Ihnen langfristig den entscheidenden Sichtbarkeitsvorteil gegenüber der Konkurrenz verschaffen.

Und behalten Sie im Hinterkopf, dass Sie für Ihre Online-Aktivitäten das Rad nicht neu erfinden müssen: Die Vorzüge der Dienstleistung vor Ort wissen auch Ihre potenziellen Kunden zu schätzen. Bei all Ihren Online-Maßnahmen geht es letztlich um nichts Weiteres, als dass Sie Ihren lokalen Standort-Vorteil und Ihre Kompetenzen ins Netz übertragen und dadurch eine „digitale Nähe“ zu Ihren Kunden schaffen, die Ihre Qualitäten überzeugend und sichtbar abbildet.

PDF Download: Local SEO für Apotheken: So werden Sie gefunden!